Walchensee: Zwischenpräsentation zum Walchenseekonzept

Jachenau. Zu den schönsten Ausflugszielen des Landkreises Bad TölzWolfratshausen gehört zweifellos der Walchensee – was spätestens an einem sonnigen Tag zur regelmäßigen Überlastung der Natur und der Infrastruktur vor Ort führt. Worin sich diese konkret bemessen und feststellen lässt und welche Lösungsansätze es dafür geben kann – damit hat sich im vergangenen halben Jahr das Projekt „Entwicklungskonzept Walchenseeregion“ befasst. Unter der Federführung der Projektpartner Gemeinde Jachenau, Gemeinde Kochel am See, Bayerische Staatsforsten und Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wurden zahlreiche Interessensvertreter an einem Tisch versammelt. Nach einer Auftaktveranstaltung und drei Workshops präsentierten die Projektpartner am Freitag, 3. Mai die Ansätze, die es nun zu prüfen gilt. „Wir haben ein Juwel, und das müssen wir für uns und unsere Gäste schützen“, so hatte es Georg Riesch, Bürgermeister der Gemeinde Jachenau, bereits bei der Auftaktveranstaltung auf den Punkt gebracht. Verkehrsreduzierung, nachhaltige touristische Wertschöpfung und besserer Informationsfluss zum Verkehrsaufkommen waren die drei zentralen Aufgabenstellungen, die in den Workshops behandelt und diskutiert worden waren. Gemeinsam wurden unterschiedliche Lösungsansätze erarbeitet, die von den verschiedenen Stellen nun auf ihre Praxistauglichkeit und Umsetzbarkeit analysiert werden müssen – die Bandbreite darin reicht von technischen Lösungsmöglichkeiten wie Apps und Internetseiten bis hin zu attraktiveren ÖPNV-Angeboten. Von Verkehrszählungen, um tatsächlich einmal mit belastbaren Zahlen arbeiten zu können, bis zu angepassten Parkgebühren und ein neues Parkraummanagement. Christian Oberleiter, Moderator des Prozesses, blickt dabei realistisch auf die Situation: „Natürlich sollen die Menschen, die in der Region unterwegs sind, zu einem bewussten und sensiblen Umgang mit der Region quasi erzogen werden. Ganz ohne Regeln wird es aber wohl nicht gehen.“ Landrat Josef Niedermaier sieht dies genauso und wünscht sich, dass die Interessensvertreter bei all ihren eigenen Bedürfnissen nicht das große Ganze aus dem Auge verlieren. „Es ist mir wirklich wichtig, dass jede und jeder mit einem Interesse am Walchensee das Wohl der ganzen Region im Blick hat. Deswegen finde ich es auch so gut, dass das Format die verschiedenen Akteure zusammengebracht hat. Ich hoffe, so entsteht zunächst ein anderes Verständnis füreinander, auf dem basieren wir nun versuchen können, Lösungsvorschläge tatsächlich umzusetzen.“ Thomas Holz, Bürgermeister der Gemeinde Kochel am See, der weiteren Anrainergemeinde am Walchensee, erhofft sich auch beim Verkehr Entlastung. „In den vergangenen Jahren hat die Verkehrsbelastung an schönen Ausflugstagen in unserer Gemeinde eine Dimension erreicht, die für die einheimische Bevölkerung nicht mehr erträglich ist. Da diese vor allem durch Tagesausflügler aus dem Großraum München und Innsbruck sowie durch den Umgehungsverkehr bei Stau am Autobahnende nach Garmisch verursacht werden, müssen hier entsprechende Maßnahmen gefunden werden. Unabhängig davon freuen wir uns als tourismusintensivste Kommune im Landkreis natürlich über Urlaubsgäste. Diese sind ja gerade nicht verantwortlich für das Verkehrsproblem.“ Rudolf Plochmann, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten, die größter Grundeigentümer in der Walchenseeregion sind, ist ebenfalls froh, dass endlich einmal alle miteinander reden. „Gerade weil wir für viele Bereiche wie für die Mautstraße und nicht zuletzt auch den See die Verantwortung tragen, haben wir größtes Interesse an einem für alle verträglichen Konzept. Nur wenn wir dieses Konzept gemeinsam erarbeiten und mittragen, kann es langfristig wirken.“ In den nächsten Wochen und Monaten nun setzen sich die verschiedenen zuständigen Stellen mit den einzelnen Themen auseinander. U.a. geht es darum, die Umsetzbarkeit mit den zuständigen Behörden abzustimmen und die Zuständigkeiten festzulegen Und auch an anderer Stelle findet Thema Beachtung: Auf Anregung von Tölzer Land Tourismus befasste sich auch der Tourismusverband Oberbayern-München Ende April in Form eines Runden Tisches zur Lenkung von Besucherströmen in Oberbayern mit Vertretern der oberbayerischen Destinationen. Im Rahmen dessen wurde eine künftig engere Verzahnung mit dem Öffentlichen Personennah- und Schienenverkehr vereinbart. Deren Vertreter werden zur nächsten Sitzung des Runden Tisches hinzugeladen. Somit ist auch sichergestellt, dass die Thematik im großen und damit die Walchensee-Region entlastenden Kontext angegangen wird.

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